Newsletter Nr. 42

Liebe Mitchristen, liebe Mitglieder unserer Pfarreiengemeinschaft!

Wie geht es Ihnen und Euch heute? Wir war Ihr und Euer Tag?

In einem Text (der auch in unserem neuen Gebetsheft zu finden sein wird) heißt es:
„Selig, die mit der Heiligung am Frühstückstisch beginnen, denn sie werden Sinn im Alltag finden.“ Wenn Sie an Ihren Tag zurückdenken – was hat er heute gebracht? Mit was sind Sie zufrieden und wofür sind Sie dankbar? Was hat Sie belastet und verunsichert? Worüber mussten Sie sich ärgern?

Wir wünschen Ihnen allen, dass Sie diesen Tag gut in Gottes Hand zurückgeben können.

Vermutlich haben Sie heute in den Nachrichten gehört oder gelesen, dass Regensburg zum neuen „Hotspot“ geworden ist – auf Grund der hohen Infektionszahlen in einer Regensburger Flüchtlingsunterkunft. Vielleicht haben Sie auch die Nachrichten und die damit verbundene Stellungnahme von Campus Asyl – einer Initiative unserer benachbarten Katholischen Hochschulgemeinde – wahrgenommen. Die Bedingungen für die Bewohner im sogenannten Ankerzentrum sind prekär. Wenn sich bis zu 4 Bewohner auf engstem Raum ein Zimmer teilen müssen, kann der Mindestabstand schlicht nicht eingehalten werden. Schon bei den ersten Fällen in der vergangenen Woche sah die Regierung der Oberpfalz – die für die Unterbringung verantwortlich ist – keine Notwendigkeit bzw. Möglichkeit, die erkrankten Bewohner sofort (!) woanders unterzubringen. Im Gespräch mit Bayern 1 verwies die Regierung in ihrer Stellungnahme heute darauf, dass sich die Bewohner eben an die Vorschriften halten sollten. Wie das möglich sein soll, ließ sie offen. In einer Zeit, in der so viele Hotels, Pensionen und (kirchliche (!)) Bildungseinrichtungen leer stehen, stellen sich da besondere Anfragen.

Campus Asyl kämpft in Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen und Initiativen unter anderem gegen die Bedingungen in diesen Gemeinschaftsunterkünften. Wir als Pfarreiengemeinschaft wollen sie dabei unterstützen und rufen alle unsere Mitglieder auf, sich ebenfalls zu beteiligen.

Eine hier verlinkte Petition wird auch von der KHG und der ESG (Evangelische Hochschulgemeinde) unterstützt.

https://weact.campact.de/petitions/lagerpflicht-fur-gefluchtete-abschaffen?just_launched=true

Lesen Sie sich den Aufruf durch. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Die Flüchtlingsthematik ist vielschichtig und auch überzeugte Christen sind nicht in allen Punkten einer Meinung. Das muss vielleicht auch nicht sein.

Aber dort, wo die Menschenwürde missachtet, verletzt oder außer Kraft gesetzt wird, da ist es unsere christliche Pflicht, aufzustehen und uns gegen Unrecht einzusetzen. Das kann durch Unterschreiben dieser Petition sein. Das kann durch Gespräche sein. Das kann deutlich gemacht werden, indem man auch in sozialen Medien wie Facebook und Co Stellung bezieht und für die Schwachen eintritt.

Wir Christen – insbesondere in Deutschland mit unserer Geschichte – dürfen nicht kommentarlos zulassen, dass es wieder unterschiedliche Klassen gibt, dass die Menschenwürde eben doch nicht für alle gilt und dass es akzeptiert wird, in diesen Fällen mit zweierlei Maß zu messen.

Geben wir den Schwachen unsere Stimme. Denn Jesus hat gesagt: Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan. (Mt 25).

Unsere morgige Gebetsnovene steht ebenfalls unter diesem Thema. Den Gebetsimpuls finden Sie wieder im Anhang als pdf.

Und wer noch mehr tun möchte und nähen kann: Der KDFB-Diözesanverband ruft in Kooperation mit Space-Eye e.V. auf, Mundschutzmaksen für griechische Flüchtlingslager und für Mitarbeitende in deutschen Einrichtungen zu nähen. Alle Informationen und Hintergründe finden Sie unter  https://space-eye.org/masken-fuer-samos. Die fertigen Masken können bis zum 7. Juni im Postkasten des Pfarrbüros St. Josef abgegeben werden.

Wir danken Ihnen und Euch für das Engagement!

Mit herzlichen Grüßen verbleiben wir,
Ihr und Euer Seelsorge-Team von St. Josef und St. Paul